Das Gedicht des Tages vom 24. Oktober 2010
Eichendorff, Joseph von - Die zwei Gesellen
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1 Kommentare:
G1st schreibt am 24. Oktober 2010
Der Adler, ein Raubtier, erhaben und überheblich, auf starken, festen, kräftigen Schwingen vermeintlich unbezwingbar, selbstsicher kreisend, dem innern Trieb folgend, auf Jagd nach Beute... Der Adler, Symbol nationaler Macht, von Kriegs- und Siegeskraft, entschlossen, selbstbewußt. Der Adler allerdings mit nur einer Schwinge ist ohne Schwung, ohne Kraft, geschwächt, entartet, fast betäubt, und seiner Natur entzogen. Die Taube, Symbol des Friedens, aber allzu oft vom Adler gejagt, erbeutet, erlegt. Die Taube, ein Symbol friedlichen Lebens appelliert an die Menschheit leider vergebens, denn Frieden ist Seltenheit. Die Kriegswut ist schnell entfacht. Hab-, Raub- und Rachgier sind nicht leicht gestillt, gesättigt. Der Räuber ist nicht leicht befriedigt, aber seine Arroganz, sein Übermut führen ihn in die eigne, sebstgestellte Falle. Die Taube überlebt. So wäre doch ersehnter Frieden, auf lange Sicht der eigentliche Sieger!? Gerhard A. Fürst 24. Oktober 2010