Lutz Görner und Nadia Singer erzählen Liszts Leben

Der große, bekannte Rezitator Lutz Görner hat sich in den vergangenen Jahren bereitsvielfach bestimmten Komponisten in seinen Programmen zugewandt: Giacomo Meyerbeer,Ludwig van Beethoven und anderen. Nun hat er sich auch Franz Liszt verschrieben.Wie immer, so hat sich Görner berauschend gut vorbereitet, scheint wirklich alles,was den Komponisten und Klaviervirtuosen Liszt betrifft, aufgesaugt zu haben, um seineLive Abende zu gestalten. Natürlich spielt er an diesen Abenden nicht selbst Klavier,sondern arbeitet seit Jahren mit der jungen Pianistin Nadia Singer und geht mit ihr inganz Deutschland auf Tour. Und um diejenigen, die vielleicht trotz der vielen Termineverhindert sind, sich Görner und Nadia Singer live anzuhören, in den Genuss des unvergleichlichenCharmes seiner Ausführungen zu bringen, schneidet er diese Programmeauch live auf CD mit. So auch das Programm „Franz Liszt – sein Leben, seine Musik“, dasvor kurzem erschienen ist.Gleichgültig, wie viel man über Liszt und sein Leben bereits zu wissen glaubt, findet er inder lockeren und intensiven Erzählweise von Lutz Görner jeder Zuhörer etwas, das er indieser Art vielleicht noch nicht wusste. Und wenn es dennoch Bekanntes ist, was mandort hört, macht es einen unvergleichlichen Spaß, Görner bei seinem erzählerischenGang durch das exzentrische wie besondere Leben Franz Liszts zu folgen. Denn er berichtetnicht nur, sondern er zitiert Briefe und Berichte von Zeitgenossen, er liest diesenicht, sondern er haucht ihnen mit seiner Diktion und seinem Temperament Leben ein.Und Nadia Singer spielt wunderbar die Liszt-Werke zwischen den Erzählungen. Geradedie Musik des großen Liszt scheint ihr bestens zu liegen, sei es die „Spanische Rhapsodie“,die „Valse oubliée“ oder aber das Spätwerk „Nuages gris“. Immer besticht sie miteinem klaren Spiel und einem den so unterschiedlichen Werken entsprechenden Klavierklang.Und so wird die Musik in den Fortgang der Geschichte um Liszt eingewoben –es wird begreifbar gemacht, warum und wann Liszt bestimmte Werke schrieb. Fast istman nach dem Anhören der CDs ein wenig traurig, dass der mitgeschnittene Konzertabendvorbei ist, denn man könnte Görner lange zuhören, noch länger ... Denn er gehtauch auf Publikumsreaktionen ein, scherzt mit den Zuhörern und entführt auch diejenigen,die nur die CD hören, in eine andere Welt, in die des Komponisten. Aber Görnerwird nicht müde, schon ist der nächste CD-Mitschnitt auf dem Markt. Dieses Mal demLeben und Wirken Franz Schuberts gewidmet. Aber die Liszt-CD ist eine Aufnahme, diesich sicher jeder Liszt-Freund zulegen sollte.